CRPS und Bewegung

CRPS und Bewegung

Beweglich bleiben mit viel Freude und Spaß

 

Wer sagt denn, dass es nicht möglich ist, als Rollifahrer sich nicht sportlich zu betätigen? Muss man (oder frau) gleich alles an den Nagel hängen und nur noch im Sessel sitzen bleiben?

NEIN, es geht auch anders, man muss nur um die Ecke denken!

Wer sagt, dass es nicht möglich ist mehr mit dem Fahrrad unterwegs zu sein?

Hier zeige ich Euch ein Fahrrad, das ich trotz meiner Beeinträchtigung nutze und mit meiner Familie noch Touren fahren kann. Also in die Pedale treten und los geht’s!

Eine andere Möglichkeit ist die Nutzung eines Handbikes.

Hier meine Geschichte , wie es möglich war, sich den Traum von diesem Rad zu erfüllen.

Ich war immer sehr sportlich gewesen bis es zu meinem Sportunfall kam; von da an sollte sich alles ändern . Nach einem Handgelenksbruch am 30.06.2009 war nichts mehr wie es mal war, ein neues Leben sollte es nun für mich werden. Ich bekam „CRPS“  oder auch „Morbus Sudeck“, eine Krankheit mit vielen Gesichtern und seinen Erscheinungen…………….und man sollte es mir auch nicht nachmachen !!! Wie sage ich ……..“ein Schnupfen hätte es auch getan“.

Meine Hand wurde durch 3 Operationen schlimmer, und nicht besser. Leider wußte ich da noch nichts über meine Krankheit und dachte, dass es mir hilft, was mir die Ärzte vorschlugen. Nun bin ich seit Dezember 2012 leider viel zu spät zu der Erkenntnis gekommen, dass nicht alles Richtig ist, was die Ärzte mit einem machen. Seit dem bin ich, was Ärzte angeht, sehr vorsichtig.

Meine Hand ist im Gelenk steif. Man muss es sich so vorstellen: ich kann halt keinen Liegestütz mehr machen. Als sportlicher Mensch ist das für mich schon sehr unakzeptabel. Ja, das ist nett ausgedrückt, für mich ist es fast so wie ein Weltuntergang. Mittlerweile ist es so, dass ich den „Untermieter “ auch schon im Fuß beherberge, so dass es noch schwieriger ist, was den Sport angeht. Naja, nur die Hand allein war schon so, dass ich kein Fahrrad mehr mit der Familie und unserem Hund fahren konnte. 

5 Jahre gingen ins Land. Ich habe mittlerweile die Erfahrungen gemacht, dass es Menschen gibt, die mit meiner Behinderung nicht zurecht kommen. Fremde Menschen, die ich noch nicht mal kennen, meinten, dass sie mir dumme Sprüche an den Kopf schmeißen dürfen. Diese Erlebnisse haben mich sehr verletzt, dass ich Hilfsmittel nicht als Hilfsmittel mehr betrachtete. Ich schämte mich, eine Behinderung  zuhaben.

 

Nun habe ich schon lange kein Fahrrad mehr fahren können, und mit dem Gedanken, es mit einem Dreirad zu versuchen, damit konnte ich mich nicht anfreunden. Es mag zwar jedem, der das hier liest, dumm vorkommen …………aber es ist ja auch dumm, das ich mir um Andere einen Kopf mache, was DIE denken oder sagen.  Ich habe dann viel nachgedacht über das Thema:

Wie fahre ich wieder Fahrrad, so dass ich Spaß dran haben kann und vor allem, wie bekomme ich das nun mit meinem steifen Handgelenk und mit meinem Fuß hin? 

Ich habe durch puren Zufall ein Dreiradliegefahrrad gesehen, sehr sportlich und es sah einfach nur cool aus. Ein Handbike kam ja nicht in Frage durch die Sudeckhand. Ich machte eine Probefahrt mit einem nicht behindertengerecht umgebautem Rad und war einfach nur begeistert. Das war meine neue Gelegenheit, endlich wieder Radfahren! Nun stand ich aber von dem nächsten Problem: diese Räder werden handgefertigt und auf die Bedürfnisse des Fahrers angepasst. Das ist aber zum Glück alles machbar, nur leider auch eine Frage des Geldes. Dieser Traum hat auch gleich den Preis von einem kleinem gebrauchten Auto. Dann hörte ich, das die Möglichkeit besteht, über verschiedene Organisationen einen Zuschuß beantragen zu können, wie z.B. ADAC Stiftung. Dort habe ich einen Antrag gestellt, der überprüft wurde, ob ich die Kriterien erfühlte. Oder man hat ein bisserle Glück und findet einen Anteilssponsor.

Jetzt habe ich dieses coole Liegerad und bin überglücklich! Endlich wieder mit der Familie Radfahren zukönnen!Und das allerschönste ist, dass es sich „butterweich“ fährt und sich leicht treten lässt, obwohl der CRPS auch im Fuß ist. Zusätzlich sieht man dem Rad nicht an, dass es behindertengerecht umgebaut wurde.

 Unter bestimmten Voraussetzungen unterstützen einige Stiftungen solche Anschaffungen um die Mobilität beizubehalten hier ein paar Stiftungen:

Elsa Krauschitz Stiftung

http://www.elsa-krauschitz-stiftung.de

ADAC Stiftung der gelben Engel

http://www.adac.de/stiftung

Franz Beckenbauer Stiftung

http://www.beckenbauer-stiftung.de

Uwe Seeler Stiftung

http://www.uwe-seeler-stiftung.de


Schwimmorthese

Dies ist eine Schwimmorthese, die ich für meine Hand zusammen mit einem Orthopädie Fachmann erstellt habe. Es waren vorallem die Gesichtspunkte möglichst wenig bzw. keinen Schmerz beim Schwimmen mit der Schiene zu erzielen. Auch wenn das Handgelenk steif ist, sind es höllische Schmerzen bei der Bewegung. Es handelt sich hierbei um leicht verformbaren Kunststoff, der die Hand und den Unterarm vor dem Wasserdruck, der durch die Schwimmbewegungen entsteht, schützt. Anfertigen kann das jede Orthopädie- und Rehawerkstatt nach Verordnung. Kassenübernahme beantragen :-)
 

Ich war es leid seit 5 Jahren mit meiner Familie nicht mehr schwimmen zugehen. Viele verschiedene Dinge versuchte ich selbst als Schwimmschiene zu verwenden, aber wenn man zwar weiß, wie es theoretisch sein müßte und leider nicht das passende Material zur Hand hat, muß man andere Wege gehen, um sein Glück wieder zufinden. Da ich einen guten Reha-Berater in Sachen Hilfsmittel in einem Orthopädie- und Reha-Geschäft kennenlernen durfte, fragte ich dort einfach mal an, ob wir diese Schiene in Angriff nehmen könnten. Endlich wieder Schwimmen, das war mein Ziel.

Zuerst wurden Gipsabdrücke von Hand und Arm gemacht. Zusätzlich wurde ein Schlauch als Luftkammer mit eingegipst. Der Gips mußte nun austrocknen, danach wurde der Kunststoff im warmen Wasserbad formbar gemacht und um den Abdruck geformt.

Weil ich genau wußte, dass ich auf diese Orthese von meinen Mitmenschen immer mal wieder angesprochen werde, habe ich mir das Ganze in meiner Lieblingsfarbe “ Hellgrün “ fertigen lassen.

Die Mühe hat sich gelohnt! Und so langsam kann ich meine Runden schwimmen. Zwar nur so 5 Bahnen a 25 Meter, dennoch ist das ein schönes Gefühl .

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